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Mobbing

9. Februar 2016: Gegen Mobbing, für Zivilcourage im Internet

„Für den Triumph des Bösen reicht es, wenn die Guten nichts tun!“ Mit diesem Zitat von Edmund Burke, möchte ich auf ein Thema hinweisen, über welches in unserer Gesellschafft viel zu wenig gesprochen wird. Zivilcourage bedeutet übersetzt „Bürgermut“ und ist ein Handeln, wenn unsere wesentlichsten Werteüberzeugungen, sozialen Normen oder die physische und psychische Integrität einer Person übertreten wird. Zivilcourage ist sozusagen ein wichtiger Faktor unseres Zusammenlebens.

Aber nicht nur auf der Straße, so wie viele dies vermuten, ist Zivilcourage notwendig. Auch im Internet benötigen wir sie. „Cyber-Mobbing“ oder „Internet-Mobbing“ ist genauso eine Belästigung und Bedrängung anderer, wie wir sie in der Öffentlichkeit erfahren. Das Netzwerk „PrimA - Prävention im Nordwesten“ will genau dagegen vorgehen. Sie haben sich das Ziel gesetzt, Internetnutzer aus ihrer Passivität herauszuholen und aktiv gegen das Cyber-Mobbing vorzugehen. Ihre Kampagne, die am 9. Februar mit den Namen „Misch dich ein“ starten soll, will 10.000 Teilnehmer im Laufe von sieben Monaten gewinnen. Die 21 kommunalen Präventionsräte und die Polizei werden sich an diesem Projekt beteiligen. Unter der Webseite prima-challenge.de kann man Verhaltensregeln für den Umgang miteinander aufstellen. Am Ende wird das Ergebnis der Öffentlichkeit vorgestellt.

Mobbing

Aber diese Kampagne hat auch einen Hintergrund. In der letzten Zeit gab es eine Zunahme von Bedrohungen und Hasskommentaren im Internet. Gerade auch im Bereich der politischen Diskussionen kann man eine sehr aggressive Haltung erkennen. Anfeindungen gegen Parteien oder Institutionen sind nicht selten. Meinungsäußerungen sind natürlich ein Grundpfeiler einer funktionierenden Demokratie, doch wenn sie dazu genutzt wird, um andere zu diffamieren, befinden wir uns ganz eindeutig nicht in einem demokratischen Rahmen. Gewalt, jeglicher Art, führt nur zu Konflikten und nicht zur Verständigung. Mobbing gründet immer darauf, um das eigene Ego-Gefühl zu befriedigen, nie aber auf Vernunft. Leider ist auch das Mobbing an Schulen nur schwer zu verhindern. Genau deswegen ist Aufklärung so wichtig. Wir brauchen Zivilcourage, nicht nur auf der Straße, sondern überall. Wir sollten den Mut fassen, Missstände offen anzusprechen und Gewalt offen entgegenzuwirken. Nicht die Angst, sollte unser Handeln steuern lassen, sondern wir sollten verstehen, dass auch ich in so eine Situation geraten kann.

Wir von den Jusos Stuhr sprechen uns gegen jegliche Form des Mobbing aus und für eine mutige Zivilcourage. Wir unterstützen die Kampagne der „PrimA - Prävention im Nordwesten“ und fordern jeden Einzelnen dazu auf, nicht wegzuschauen. Auch das Internet kann, wie in der Schule oder in der Öffentlichkeit, ein Ort sein, in dem Menschen zu Schaden kommen können. Zivilcourage sollte nicht einfach nur als ein „Muss“ verstanden werden, sondern als eine Chance, um unsere Welt ein bisschen sicherer zu machen.


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